Die Kennzahlen stimmen. Umsatz, operatives Ergebnis, Governance, Reporting und Zusammensetzung der Gremien entsprechen den Erwartungen. Das Problem ist nicht das Unternehmen. Das Problem sind die Marktbedingungen, unter denen der Exit erfolgen müsste. Das ursprünglich erwartete IPO-Fenster hat sich nicht wieder geöffnet, und die Angebote strategischer Käufer liegen auf einem Niveau, das der Investmentausschuss gegenüber den LPs kaum vertreten kann.
Mit jedem weiteren Jahr lässt sich die Situation schwerer als reine Frage des Timings erklären.
Die üblichen Antworten sind bekannt. Die Laufzeit des Fonds verlängern und damit Zeit, aber keine Gewissheit gewinnen. Den gebotenen Kaufpreis akzeptieren und die Beteiligung veräußern. Oder das Unternehmen in einen Continuation-Fonds überführen – inzwischen häufig die naheliegende und für viele Beteiligungen auch die richtige Lösung. Ein Continuation-Fonds verlangt von den LPs jedoch weiterhin die Beurteilung einer Transaktion, bei der derselbe Manager auf beiden Seiten eingebunden bleibt. Der daraus entstehende Interessenkonflikt muss unabhängig gesteuert werden. Manche LPs werden inzwischen gebeten, für dieselbe Beteiligung eine zweite Continuation-Transaktion zu prüfen. Das schafft Liquidität, aber noch keinen öffentlichen Marktpreis.
Es gibt eine vierte Option.
Bei einem geeigneten Profil – geprüft, profitabel, aus Industrie oder Medizintechnik und bereits auf institutionellem Niveau geführt – kann das Unternehmen als Kandidat für eine Börsennotierung in den USA strukturiert werden. Dabei wird ein Teil der Fondsbeteiligung in börsennotierte Aktien und ein Teil in Barmittel umgewandelt. Die Bewertung wird mit einer verbindlich zugesagten Gegenpartei festgelegt, bevor die Transaktion öffentlich wird. Ist die Bewertung nicht tragfähig, wird der Prozess beendet; veröffentlicht wurde zu diesem Zeitpunkt nichts. Es geht nicht um eine Equity Story, sondern um eine belastbare Transaktionsstruktur. Ziel ist nicht, künstlich ein höheres Multiple zu erzeugen. Ziel ist ein Weg zu Liquidität und mehr Kontrolle über den Realisierungszeitpunkt, als ein einzelner strategischer Käufer oder eine Transaktion innerhalb desselben Managerkreises bieten kann.
Das Mandat ist klar abgegrenzt. Im Fokus stehen Industrie- und Medizintechnikunternehmen mit etablierten Umsätzen, operativem Gewinn und – soweit relevant – bestehenden Zulassungen. Entscheidend sind Sektoren, in denen sich vor Beginn einer Transaktion eine belastbare institutionelle Nachfrage nachweisen lässt: Verteidigungs- und Dual-Use-Produktion, Energie- und Elektrotechnik, bereits kommerziell ausgelieferte Energiehardware sowie zugelassene Medizinprodukte mit bestehendem Kundenstamm. Für Unternehmen in einer frühen, vor allem narrativ getriebenen Phase ist dieser Weg nicht geeignet.
Aus einer schwachen Beteiligung wird dadurch keine starke. Governance-Mängel, lückenhaftes Reporting oder eine unsichere Kundenbasis lassen sich durch die Struktur nicht beheben. Auch ein Unternehmen aus einem Sektor, den US-Investoren derzeit meiden, wird durch eine Notierung nicht gerettet. Die Auswahlkriterien sind bewusst streng.
Im passenden Fall kann die Struktur jedoch eine unteilbare Beteiligung in einem geschlossenen Fonds in eine Kombination aus Barmitteln und börsennotierten Aktien überführen. Der Fonds gewinnt damit einen steuerbaren Zeitplan, statt vollständig von einem einzelnen Käufer oder Co-Investor abhängig zu sein. Ist die Transaktion durch verbindlich zugesagtes Kapital unterlegt, kann ein Teil der Beteiligung beim Closing realisiert werden. Der verbleibende Teil kann gehalten, im Rahmen der Fondsdokumentation als Sachleistung an die LPs ausgeschüttet oder schrittweise am Markt veräußert werden. Der Exit ist dann nicht mehr auf die Alternative „jetzt zu einem unattraktiven Preis verkaufen“ oder „verlängern, übertragen und hoffen“ beschränkt.
Für LPs und Fondsmanager, die zwischen einem Continuation-Fonds und einem Verkauf mit Abschlag abwägen, verändert diese vierte Option die Ausgangslage. Entscheidend ist nicht, ob das Unternehmen eine weitere Chance verdient. Entscheidend ist, ob sich glaubwürdiges institutionelles Kapital verbindlich zusagen lässt, bevor dieser Weg eingeschlagen wird.
Fondsmanager, Vorsitzende der Aufsichts- oder Beiräte von Portfoliounternehmen sowie CEOs und CFOs, die dieses Muster wiedererkennen, können mit uns prüfen, ob eine Beteiligung dem Profil entspricht.